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Weiße Frau

 

Mit allen Burgen und Schlössern der Witigonen ist die Figur der Weißen Frau Perchta vonWeiße Frau Rosenberg verbunden. Sie lebte in den Jahren 1429 – 1476. Ihr Vater Ulrich von Rosenberg verheiratete sie 1449 mit Johann von Liechtenstein. Durch sein eigensinniges Verhalten verärgerte Ulrich Liechtenstein schon kurz nach der Hochzeit und auch später versuchte er keineswegs, die Beziehung zu seinem Schwiegersohn zu verbessern. Perchta verbrachte die vierundzwanzig Jahre ihrer Ehe ohne Freude und ohne größeres Interesse ihrer Familie an ihrem Schicksal. Sie überlebte Johann nur um drei Jahre, obwohl sie vierundzwanzig Jahre jünger war als er. Aufschluss über Perchtas Leben gibt ihre persönliche Korrespondenz. Sie diktierte dem Schreiber an ihre Brüder und ihren Vater gerichtete Bittbriefe, in denen sie die ihr von ihrem Mann angetanen Ungerechtigkeiten aufzählte. Die erhoffte Hilfe wurde ihr nicht zuteil, aber fast zwei Jahrhunderte später beschäftigte sich der böhmische jesuitische Geschichtsschreiber Bohuslav Balbín mit ihren Klagen.
Bohuslav Balbín war es auch, der die Verbindung zwischen dem Gespenst der Weißen Frau, das zu jener Zeit in den Besitztümern der Witigonen umgegangen sein soll, und der traurigen Perchta von Rosenberg herstellte. Der Sage nach beruht die Erscheinung der Weißen Frau Perchta von Rosenberg auf einem Fluch des Johann von Liechtenstein. Auf seinem Sterbebett soll er Perchta um Vergebung gebeten haben, die sie ihm jedoch verweigert haben soll. Deshalb verwünschte Johann sie vor seinem Tod. Perchta soll als Strafe für ihre Hartherzigkeit als Gespenst in den Herrschaften ihrer Vorfahren umherspuken, bis diese zu Staub zerfallen sind.