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Georgslegende

 

Eine außergewöhnlich bedeutsame künstlerische Sehenswürdigkeit ist ein Wandgemälde, das einen der ältesten Räume des gotischen Palas ziert. Die malerische Dekoration ließ Ulrich III. von Neuhaus 1338 anbringen. Auf dem Gebiet Böhmens bildet die Georgslegende von Jindřichův Hradec das erste komplexe Werk der Malerei mit religiösem Inhalt, das bei der Ausschmückung eines weltlichen Raumes Verwendung fand. Was die Ausmaße dieses Werks betrifft, gibt es nur wenig Vergleichbares in ganz Europa. Die Entstehung des umfangreichen Gemäldezyklus entsprach der Atmosphäre des kriegerischen Rittertums der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert. In diesem Geist wurde am Herrscherhof und an den Landsitzen des böhmischen Hochadels eine hoch entwickelte höfische Ritterkultur betrieben und entfaltet, zu der auch die beliebten Musikdarbietungen der Wandersänger und das Vortragen der modischen Literaturwerken gehörten – beispielsweise Heldenepen oder Legenden von Tapferkeit und Leid christlicher Märtyrer. Das Heldenleben des heiligen Georg, der als Patron aller Ritter gilt, wurde hier von einem unbekannten Maler in fast 50 eigenständigen Bildern virtuos nacherzählt.
An die Szenen der Legende schließen sich in einem unten verlaufenden Band 19 nebeneinander gereihte Wappen an. Es handelt sich um die Wappen der Mitglieder des böhmischen Adels, die an den preußisch-litauischen Kreuzzügen des böhmischen Herrschers teilnahmen, welche zur Unterstützung des deutschen Ritterordens in den Jahren 1322-1337 geführt wurden. Die Wappen und die Legende bilden zusammen einen einheitlichen künstlerischen und thematischen Komplex.

             Die Georgslegende           Die Georgslegende           Die Georgslegende